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Barfen in der Praxis - Vor- und Nachteile

Barfen - mehr als nur ein Trend?

 

Gleich vorweg - wir haben uns schon für diese Form der Tierernährung entschieden, bevor wir eigentlich wussten, dass gute Freunde von uns einen Barf-Shop betreiben. 

Und auch, wenn wir von dessen Qualität überzeugt sind und unsere 3 Katzen selbst seit rund 4 Jahren barfen, soll dieser Artikel ehrlich und unbefangen unsere persönlichen Erfahrungen wiedergeben.

 

Bild aus unseren Anfangszeiten -

mittlerweile haben wir uns bei einem Discounter günstige, frostbeständige Kunststoffbehälter mit Deckel besorgt.

Eigentlich begann alles vor ein paar Jahren mit der Fertigstellung unseres gemeinsamen Hausbautraums....

Ich wuchs in einer kleinen Wohnung im südlichen Niederösterreich auf, Haustiere waren leider immer tabu.

Meine Lebensgefährtin hingegen hatte schon immer die unterschiedlichsten Haustiere... somit war eines für beide klar:

Zum perfekten Glück gehört tierische Gesellschaft!

Durch die langen Arbeitszeiten verwarfen wir den Wunsch nach einem Hund und entschieden uns für 2 Katzen....die...naja, fast wie Hunde sind, aber auch mal länger alleine bleiben können.

Die Freude über unsere 2 Baby-Bengalen Stanley und Olivia war groß und klarerweise mussten sie mindestens 20 Jahre alt werden und ein perfektes Katzenleben leben. :) 250cm hoher Naturkratzbaum, 45m2 Aussengehege .... und eine möglichst artgerechte Ernährung waren Entschluss und Ergebnis.

 

Stanley kurz nach dem Einzug in sein neues Zuhause

Perfekt - was ist das eigentlich? Logischerweise war bei weitem nicht alles nur perfekt.

Der erste Barf-Versuch fand ohne Vorkenntnisse in Form eines "Massakers" auf der Gartenterrasse statt. Rohe Suppenhuhn-Hälften und Innereien wurden mittels Hackbrett und Fleischerbeil in Stücke gedroschen, die kleinen Katzen reagierten etwas unsicher nach wochenlanger Baby-Nahrung.... 

 

Wir wussten, dass wir etwas ändern mussten und vor allem meine Partnerin recherchierte stundenlang im Netz, las Bücher und studierte Foren.

 

Für die Übergangsphase und als gelegentliche Überbrückung, testeten wir nebenbei auch eine Vielzahl an hochwertigen "Dosen-Produkten".

Außerdem bekommen unsere Katzen bis heute ab und an einige Leckerlis in Trockenfutter-Form.

 

Die folgenden Barf-Experimente gingen wir professioneller an.

Ein Barf-Futterrechner wurde gegen geringe Gebühr downgeloadet, Zulieferquellen gecheckt und an der Verarbeitung gefeilt. Nach einigen Monaten ließen wir dann spezielle Blutuntersuchungen beim Tierarzt durchführen.

(nützliche Links dazu findet Ihr am Schluss!)

 

Das tolle Ergebnis der Blutuntersuchung und die Vitalität unserer Katzen bestärkten unsere Bemühungen und auch der penetrante Kotgeruch im Katzenklo verbesserte sich durch die natürliche Rohfütterung immens.

 

Die Arbeitsabläufe wurden optimiert und derzeit mischen wir ca. alle 10 Wochen 26kg Rohstoffe zu fertig portionierten Barf-Schälchen. Arbeitsaufwand mit Her- und Wegräumen ca. 2-3 Stunden.

 

Auch unsere, nachträglich adoptierte, Waisen-Katze konnten wir nach und nach an die neue Kost gewöhnen, obwohl diese zugegeben, von unseren beiden halbwilden Bengalen, besser angenommen wurde.

 

Auffallend ist, dass wir mit dem Barf-Futter viel länger auskommen, als zB mit Dosenfutter.

 

 

 

Mittlerweile werden uns die fertig zerkleinerten Rohstoffe meist direkt vor die Haustüre geliefert. Gut verpackt und tiefgefroren.

Die Lieferung erfolgt kurzfristig und taut selbst im Hochsommer nicht frühzeitig auf.

 

 

Auch der Barf-Shop "Bluatig" in Wiener Neustadt hat mittlerweile sein Sortiment stark erweitert und Einzelprodukte, sowie Fertigmixes für Hund und Katze.

Ist Barfen ekelig? Nun ja.... wenn man, so wie wir, seine eigenen Mixes herstellt... ja, etwas!

In unsere Mischungen kommen Zutaten wie gehäkselte Eintagsküken, Innereien und sonstiges Fleisch.

Kalk gewinnen wir durch mörsern von Eierschalen selbst, Zutaten wie Fisch und Muskelfleisch sind ebenfalls nicht "ekeliger" als das, was auf unser eigenes Teller kommt....

 

Ist so eine hochwertige Rohfütterung nicht kostspieliger? Nein, nicht wirklich! Hochwertiges Mittelklasse-Dosenfutter kam uns deutlich teurer! Wir haben uns alles durchgerechnet und kommen für 3 Katzen auf ca. € 3,- /Tag. 

 

 

 

Stanley beim Begutachten der frisch abgefüllten Mahlzeiten.

Die Tiefkühlboxen und der neue A++ Gefrierschrank haben sich ausgezahlt - nicht nur für`s Katzenfutter.

 

Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen reine Fleischfresser, was bei der artgerechten Fütterung auch beachtet werden muss.

Nur bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe sind in moderaten Mengen auch für den Katzenorganismus gut. Es wurde da einmal ein Vergleich aus der natürlichen Nahrung, der Maus, hergeleitet. Wenn die Katze eine Maus verspeist, können da auch Kleinmengen an Pflanzen im Magen der Maus enthalten sein. So ungefähr kann man sich ein Bild über die Mengenverhältnisse ausmalen....

Mittels Barf wird also versucht, die natürliche, ursprüngliche Nahrung des jeweiligen Tiers möglichst "salonfähig" nachzubauen.

 

So gut wie alle benötigten Nährstoffe lassen sich durch bestimmte Fleischteile und Innereien abdecken, wer es weniger makaber mag, mit seinen Zutaten einfach nicht auf die empfohlenen Rechner-Werte kommt, oder wenn das Tier etwas nicht verträgt, können aber auch natürliche Zusätze wie Algenmehl, Taurin, Fischöl, etc. ergänzt werden.

 

Bitte informiert euch immer ausführlich beim Fachhändler, Tierarzt und/oder erfahrenen Züchtern/Tierhaltern, bevor ihr dauerhaft auf die "Biologisch Artgerechte Roh Fütterung" ein- /umsteigt!

Hunde sind hier - soweit sie gesund sind -  vielleicht etwas weniger umständlich, bei Katzen kann aber meiner Meinung nach mehr falsch gemacht werden. Unverträglichkeit bestimmter Fischsorten (Thiaminasegehalt!), Laktoseintoleranz,.. sind nur 2 Beispiele!

 

Warum tun wir uns also alle 10 Wochen diese "Drecks"- Arbeit an?

 

  • Kostenersparnis
  • natürliche Zahnreinigung durch Knochen und Knorpel
  • weniger Gestank bei den Ausscheidungen
  • Kontrolle der Zutaten / eigener Mix
  • positiver Blutbefund / Hoffnung auf gesünderes Leben
  • weniger Müll

 

Schlussendlich entscheidet jeder selbst, was er seinen Tieren füttert und jeder Hund / jede Katze hat individuelle Ansprüche.

Vergessen wir aber niemals, dass Hund und Katz` einmal Wildtiere waren und im Wald keine Rehrücken und Sachertorten jagen! 

Also wenn Fertigfutter, dann bitte immer genau informieren, was drinn`steckt..... und die Sachertorte selbst essen! ;)

 

 

Ich hoffe, Euch hat es interessiert - wie alles im Leben, kann man auch dieses Thema endlos erweitern.... nutzt die nachstehenden Links und Tipps, googelt, lest... und HAVE FUN WITH YOUR PET! 

 

Euer "Jay"

 

 

Buchempfehlung  "einfach barf" von Doreen Fiedler

 

Autor bietet auch persönliche / telefonische Beratung an

Auf der Homepage kann gegen Spende ein Barf-Rechner downgeloadet werden

www.einfach-barf.de

 

 

Buchempfehlung "Katzen BARFen" von Petra v. Quillfeldt

 

ebenfalls viele nützliche Infos

im Buch sind auch fertig berechnete Rezepte zum Nachmischen enthalten

 

Last but not Least - meine engagierten Freunde aus Wr. Neustadt!

Knallharter Firmenname - Superweiches Kundenservice! :)

Jahrelange Erfahrung, tierärztliche Unterstützung / Beratung!

www.bluatig.com

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